sei-prolog

Wie so oft wenn Sei nach Hause kam war Vyn schon lange verschwunden, zum Musizieren wie sie immer sagte in eine der vielen Kantinas auf den unendlich erscheinenden unteren Ebenen von Coruscant. Diese Läden waren alles andere als angenehm und der Umgangston rau und gewaltätig. Es waren keine Orte an die Sei gerne ging, neben dem Gestank von Alkohol, Rauch und Schweiß waren die Gefühle und Gedanken der dortigen Individuen einfach nicht zu ertragen. Manchmal tat sie sich einfach schwer so etwas ausblenden zu können und einen mentalen Schild wie eine Mauer Stein für Stein aufzubauen. Dann brach es über sie herein wie ein Flut, eine Flut aus Gefühlen und Gedanken anderer Lebewesen, vieler Lebewesen, und Coruscant war voll davon.
Sei streckte sich und gähnte, der Tag war lang gewesen, die Füße taten ihr weh und die heiße Dusche in der Nasszelle würde gut tun. Nachdem sie ihre Klamotten ausgezogen hatte schmiss sie diese über ein paar der im Raum verteilten und gestapelten Kisten und begab sich in die Nasszelle. Wie immer dauerte es ein paar Minuten bis das Wasser eine gewisse Temperatur erreicht hatte und der anfängliche Schmutz aus der Leitung gespült war. Sie schloss die Augen während das heiße Wasser sich einen Weg durch die Haare, über ihr Gesicht und ihren Körper suchte. Es verging Minute um Minute in der sich Sei nicht rührte unter der Dusche und schlagartig war es als wären alle Geräusche wie durch ein Vacuum verschluckt und verstummt. Sei atmete ganz ruhig und gleichmäßig, es war still, keine Geräusche, keine Gedanken, keine Gefühle, einfach nur Stille. Sie liebte diese Momente, fernab von allem was sie umgab.
Es dauerte noch eine ganze Weile bis sie wieder aus der Dusche kam, trocknete sich ab und zog sich etwas über, machte sich ihre Matratze zurecht und setzte sich auf diese. Ihr Blick schweifte durch den Raum auf der Suche nach ihrem Datapad. Als sie es auf einer der hier eingelagerten Kisten liegen sah wollte sie schon aufstehen aber stattdessen verwarf sie diesen Gedanken. Sie schloss die Augen und konzentrierte sich. Der Raum war unwichtig, alles um sie herum war unwichtig, es gab nur noch sie und das Datapad. Alles andere wurde in den Hintergrund gedrängt und dann spürte sie diese Kraft in sich, die sich sammelte und sich fokusierte. Das Datapad machte eine kurze ruckartige Bewegung bevor es langsam angehoben wurde und sich schwebend auf Sei zubewegte. Mittlerweile ging ihr sowas spielend von der Hand, ihre Kräfte wuchsen immer weiter an. Sie empfand diese Gabe als nützlich auch wenn es ihr von Zeit zu Zeit Angst machte.
Sie schaltete das Datapad ein und das weißblaue Licht des Bildschirms erhellte ihr fahlweißes Gesicht. Sei ging eine Liste aktueller HoloVids durch und checkte ein paar HoloBlogs die sie gerne laß. Nichts wirklich Neues oder interessantes dachte sie sich, und wechselte auf einen der offiziellen Kanäle um ein wenig die Nachrichten im HoloNet anzuschauen. Die sich immer wiederholenden Übertragungen der Meldungen des Tages und die sich abwechselnden Interviews von Senatoren und anderen Offiziellen liefen noch als ein leicht transparenter Layer sich über den darunter liegenden HoloFeed legte
Eine neue Nachricht war eingegangen, doch Sei war bereits neben ihrem Datapad auf der Matratze eingeschlafen. Sie würde wieder ganz weit weggehen in ihren Träumen, an einen anderen, einen besseren Ort.

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